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Geschick oder Glück: Was ist bei Kartenspielen ausschlaggebend?

Kartenspiel geschick oder glück

Glück gehabt oder geschickt ausmanövriert? Während der Sieger auf seinen brillanten Verstand verweist, schiebt der Verlierer alles auf eine Pechsträhne. Mit Sicherheit sind beide Variablen im Spiel, doch was überwiegt?

Faktor Zeit – das Zünglein an der Waage

Um zu beantworten, ob Glück oder Geschick bei Kartenspielen dominiert, ist zunächst ein dritter Faktor einzubeziehen: Zeit. Je nach Kartenspiel kann Glück bei wenigen gespielten Runden entscheidend sein, während langfristig das Geschick die Oberhand behält.

Ein Beispiel: Zwei Asse sind das stärkste Blatt, das ein Spieler bei einer Partie No-Limit Texas Hold’em ausgeteilt bekommen kann. Gegen zwei zufällige Karten hat man – nach Aufdecken der fünf Gemeinschaftskarten – zu 85,2 % die beste Hand. Bestünde die Spielweise darin, Runde für Runde All-In zu gehen, wäre Glück die einzige Komponente. Jedoch ist festzulegen, in welcher Höhe Einsätze zu platzieren sind. Blätter lassen sich in ungünstigen Spielsituationen abwerfen. Gegner sind «lesbar», um die Handstärke des Gegenübers einzuschätzen.

Beim Pokern ist – über viele Runden hinweg – derjenige erfolgreich, der alle Paradedisziplinen beherrscht. Wer nach einem Turnier Verluste zu beklagen hat, braucht sich nicht zu grämen. Wer sich nach 1’000 Turnieren auf eine Pechsträhne beruft, redet Unsinn.

Gleichwohl spielt das Glück dauerhaft eine Rolle. Beim Pokern lässt sich je nach Winrate die Varianz berechnen. Bei einer hohen Winrate ist anzunehmen, dass ein Spieler nach vielen Runden im Plus landet. Lässt das Glück aber zu lange auf sich warten, fallen die Gewinne geringer aus als durchschnittlich zu erwarten gewesen wäre.

Legale Online Casinos in der Schweiz vergeben oft einen Willkommensbonus, mit dem sich Zeit «kaufen» lässt. Anfängliche Verluste lassen sich mit etwas Glück zurückholen, bevor das Guthaben auf null sinkt. Kartenspiele wie Casino-Poker oder Blackjack erfordern einen langen Atem, selbst wenn eine risikoarme Strategie zum Einsatz kommt.

Verteilung der Karten ist zufällig

Ganz gleich, welche Beschwörungsformeln aufgesagt werden: Glück lässt sich nicht erzwingen. Mal zeigt Fortuna Erbarmen, wenig später ist das Glück dahin. Wie die Karten verteilt sind, ist zufällig. Werden fünf Karten aus einem Talon gezogen, lassen sich sage und schreibe 2’598’960 Poker-Kombinationen zusammenstellen. Nur vier davon entsprechen einem Royal Flush. Obwohl der Royal Flush bloss mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,000154 % zutage tritt, wurde das Blatt bereits viele Male gespielt. Beim World Series of PokerMain Event 2008 unterlagen Vierlinge – ebenfalls eine seltene Hand – etwa einem Royal Flush.

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Risikomanagement bei Kartenspielen

Werden Kartenspiele über mehrere Runden absolviert, sollte Risikomanagement in die Strategie eingewoben werden. Bei einem Hand-Rommé sind zum Beispiel alle Schlechtpunkte der Gegner doppelt zu gewichten. Für diesen Spielzug müssen aber alle Handkarten abgelegt werden – ohne vorherige Meldung. Hier besteht das Risiko darin, dass ein Gegner zuerst alle Karten auslegt und man selbst Schlechtpunkte notieren muss. Mit einer vorherigen Meldung hätte man zwar genauso die Runde verloren. Doch weniger Schlechtpunkte würden zu Buche stehen. Zu entscheiden ist je nach Spielsituation, ob ein Hand-Rommé zu verfolgen oder aufzugeben ist.

Daniel Negreanu hat «Small Ball Poker» geprägt. Dahinter verbirgt sich eine Spielweise, die Risiken zu vermeiden versucht. Mit einem starken Blatt wie Ass-Dame werden Einsätze bezahlt, statt selbst zu erhöhen. Ziel ist es, die Varianz zu mindern und möglichst lange zu überlegen. Vor allem in Turnieren hat Negreanu mit dieser Herangehensweise beachtliche Erfolge erzielt. Doch Vorsicht: Je nach Spielweise des Gegners muss die Strategie angepasst werden. Bei starken Kontrahenten kann es notwendig sein, aggressiv zu kontern, statt ewig abzuwarten.

Risikomanagement allein ist nie die Antwort. Zum Spielvermögen gehört es, zu erkennen, wann Risiken in Kauf zu nehmen sind, und wann der Spielstand verwaltet werden kann, um den Sieg abzusichern.

Mit Niederlagen umgehen lernen

Im letzten Moment unglücklich eine Runde zu verlieren, ist frustrierend. Klagen oder Jammern ist aber weder zielführend noch förderlich. In der nächsten Runde ist ein wacher Verstand gefordert, um den Rückstand aufzuholen. Wer sich dem Ärger hingibt, bringt sich möglicherweise um Chancen, doch noch den Sieg zu ergattern. Beim Pokern ist oftmals von «Tilt» die Rede: Eine emotionale Spielphase, die Fehler und schlechtes Spiel begünstigt. Und bei ungeschicktem Spiel wäre Glück möglicherweise nicht mehr ausreichend, um das Blatt zu wenden.

Bei manchen Kartenspielen ist Glück wichtiger

Ob Poker, Rommé oder Skat: Langjährige Kartenstrategen wissen, dass sich Können über viele Runden hinweg auszahlt. Genauso gibt es Kartenspiele, bei denen Glück im Vordergrund steht. Typische Beispiele sind Tschau Sepp oder UNO. Wem das Spielprinzip beim UNO zu langweilig ist, kann Hausregeln dazudichten. Bei einer «0» werden die Karten etwa an den nächsten Spieler weitergereicht, bei einer «7» mit einem ausgesuchten Gegner getauscht. Je mehr Regeln Einzug finden, desto schwieriger ist es, eine Runde zu beenden.

Interessanterweise wird UNO mit manchen Hausregeln sogar taktischer. Wer imstande ist, Karten zu tauschen, erlangt zusätzliche Informationen. Taktiker, die sich die Blätter aller Spieler am Tisch merken, können gezielt auf den Spielablauf einwirken. In jedem Fall sollte zu Beginn klar sein, welche Regeln gelten. Andernfalls ist Streit vorprogrammiert.

Fazit: Glück und Geschick kommen selten allein

Nahezu alle Kartenspiele vermengen Glück und Geschick – die einen mehr, die anderen weniger. Manche Kartenspiele wie Skat oder Poker lassen sich langfristig erfolgreich bestreiten. Wer sich Strategien aneignen möchte, muss jedoch gewillt sein, Trainingsmaterialien zu studieren und intensiv über Spielsituationen nachzudenken. Ansonsten bleibt Glück der eigentliche Faktor, auf den man hoffen muss.

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